Der EC Bregenzerwald zeigte im Westderby in Kitzbühel über weite Strecken eine überzeugende Leistung, ließ am Ende aber unnötig Punkte liegen. Nach einem furiosen Beginn und einer 3:1-Führung mussten sich die Wälder nach Penaltyschießen mit einem Punkt begnügen. Foto: ©as.sportphotography/Alex Schwaninger
Blitzstart
Die Wälder überraschten die Gastgeber in den Anfangsminuten und gaben von Beginn an das Tempo vor. Zwar musste David König früh wegen übermotivierten Einsteigens auf die Strafbank, doch genau diese Unterzahlsituation brachte den Gästen die Führung. Julian Zwerger und Bernhard Posch trugen einen Konter mustergültig nach vorne, Posch schloss diesen in der 6. Minute eiskalt zum Shorthander ab. (Individualsponsor Kolibri gratuliert seinem Spieler.) Nur drei Zeigerumdrehungen später legte Roberts Lipsbergs nach und hämmerte die Scheibe mit einem satten Schuss ins lange Eck zum 2:0. (Individualsponsor KleGü gratuliert seinem Spieler.) Nur Auch danach hatten die Wälder das Spiel über weite Strecken unter Kontrolle, verabsäumten es aber, aus mehreren Überzahlmöglichkeiten noch mehr Kapital zu schlagen.
Momentum kippt
Im zweiten Abschnitt kam Kitzbühel deutlich giftiger aus der Kabine und holte sich das Momentum. Ironischerweise waren es nun die Adler, die in Unterzahl erfolgreich waren: Raffael Aigner nutzte in der 32. Minute einen Moment der Unordnung und verkürzte auf 1:2. Die Wälder taten sich in dieser Phase schwer, da Kitzbühel spürbar neue Hoffnung schöpfte. Umso härter traf der Nackenschlag für die Hausherren kurz vor der Pause, als Nico Kramer in der 39. Minute quasi aus dem Nichts auf 3:1 für den ECB stellte. (Individualsponsor O&S Bau gratuliert seinem Spieler.)
Strafen als Wendepunkt
Doch auch nach der zweiten Eisreinigung war Kitzbühel sofort wieder voll da und stemmte sich mit aller Macht gegen die drohende Niederlage. Mai Crnkic erzielte in der 45. Minute den Anschlusstreffer, der den Druck auf die Wälder weiter erhöhte. Das zeigte Wirkung: Die Gäste ließen sich zu unnötigen Strafen hinreißen, die die Adler gnadenlos ausnutzten. In doppelter Überzahl war es erneut Crnkic, der Lorenz Widhalm in der 48. Minute bezwang und den Ausgleich herstellte. Kurz darauf entluden sich die Emotionen in einem wilden Handgemenge, an dessen Ende jeweils drei Spieler beider Teams auf der Strafbank Platz nehmen mussten.
Penaltykrimi entscheidet
In der Schlussphase beruhigte sich das Spiel wieder, Kitzbühel kam zu den zwingenderen Chancen, doch Widhalm hielt die Wälder mit starken Paraden im Spiel. Da auch die Overtime torlos blieb, musste das Penaltyschießen entscheiden. Dort traf mit Mai Crnkic nur ein Akteur – und besiegelte damit den Zusatzpunkt für die Tiroler.
Für den EC Bregenzerwald geht es mit einem Punkt zurück nach Vorarlberg, ehe übermorgen bereits die nächste Auswärtsfahrt nach Zell am See auf dem Programm steht.